Die Peak Pose dieser Stunde ist das Dreieck, Trikonasana. Das Dreieck ist die stabilste aller Formen, ein weiter, geerdeter Stand, aus dem heraus sich der Körper klar im Raum öffnet. Genau diese Verbindung tragen wir heute in unser Thema: Svatantrya, die schöpferische Freiheit, aus der wir unsere Wirklichkeit selbst gestalten.
Eine Heart Story: Wer hat dich erschaffen?
„Wer hat dich erschaffen?“, fragte der Vater seine fünfzehnjährige Tochter. Sie überlegte: „Du und Mama, ihr seid meine Eltern.“ – „Und wer noch?“ – „Die Natur, die Evolution. Vielleicht ein Gott.“ Der Vater nickte zu allem. „Und wer hat dich so erschaffen, wie du heute bist? Dass du denkst, was du denkst, tust, was du tust, bist, wer du bist?“
Die Tochter zählte auf: ihre Erziehung, ihre Schule. Doch sie spürte, dass der Vater auf etwas anderes hinauswollte. „Was glaubst du denn, wer mich erschaffen hat?“ Er lächelte: „Du dich selbst. Du entscheidest jeden Tag selbst darüber, wer du bist.“
„Und Intelligenz?“, fragte sie ungläubig. „Die hat man doch oder nicht.“ – „Du bist so intelligent, wie du dich für intelligent hältst.“ – „Und ihr, meine Eltern? Ich konnte mich nicht für euch entscheiden.“ – „Du hast immer die Eltern, für die du dich entscheidest. Hältst du mich für einen schlechten Vater, wirst du Gründe dafür finden. Hältst du mich für einen guten, wirst du ebenso Gründe finden.“ Da nahm die Tochter ihren Vater in den Arm. Jetzt hatte sie verstanden.
Svatantrya: die schöpferische Freiheit in dir
Svatantrya ist ein zentraler Gedanke der tantrischen Philosophie, aus der auch das Anusara Yoga schöpft: die freie, schöpferische Kraft des Bewusstseins. Nicht alles in unserem Leben ist eine bewusste Wahl, vieles ist einfach da, so wie die Eltern in der Geschichte schon da waren. Aber wie wir es betrachten, welche Bedeutung wir ihm geben und wer wir darin sein wollen, das liegt jeden Tag aufs Neue bei uns.
Das ist keine Aufforderung, alles allein zu schultern oder dir selbst die Schuld für jede Schwere zu geben. Es ist eine Einladung, dich als Mitgestalterin deiner Wirklichkeit zu erkennen, in der Sichtweise, die du wählst, und in der Haltung, mit der du dem Moment begegnest.
Dreieck: Trikonasana
Im Trikonasana stehst du weit und stabil, der vordere Fuß zeigt nach außen, die Beine sind kraftvoll und aktiv. Du streckst dich über das vordere Bein hinaus, bevor die untere Hand am Schienbein, an einem Block oder am Boden ruht und der obere Arm weit zum Himmel reicht. Die Brust öffnet sich zur Seite, der Blick darf sanft nach oben wandern.
Erdung unten, Weite oben: Aus einem festen, bewusst gewählten Fundament heraus entsteht eine klare, offene Form. Genau das macht das Dreieck zum Sinnbild für Svatantrya. Du baust auf dem auf, was da ist, und gestaltest daraus frei deine Ausrichtung.
Dein Sankalpa für diese Stunde
Wähle einen Satz, der dich durch die Praxis trägt:
- „Ich erschaffe mein Leben bewusst.“
- „Ich wähle die Sichtweise, die mich stärkt.“
- „Ich bin Schöpferin meiner Wirklichkeit.“
In der abschließenden Savasana darfst du das ganz loslassen und nachspüren: Nichts musst du erzwingen. Und doch liegt in jedem neuen Moment die Freiheit, neu zu wählen, wer du sein möchtest.
Diese Stunde erleben
Wenn du erfahren möchtest, wie es sich anfühlt, aus einem stabilen Fundament heraus frei in Form zu wachsen, übe mit mir in Regensburg. Meine Anusara-Yoga-Stunden sind für alle Levels offen und individuell begleitet.
