Jede meiner Yogastunden trägt ein Herzensthema, das uns wie ein roter Faden durch die Praxis begleitet. An diesem Tag steht das Rad, Urdhva Dhanurasana, im Mittelpunkt, eine kraftvolle Rückbeuge und eine der schönsten Einladungen, das Herz zu öffnen. Das philosophische Thema dahinter kommt aus der tantrischen Yogatradition: Spanda, der lebendige Puls des Lebens.
Spanda: die Schwingung des Lebens
In der tantrischen Yogaphilosophie beschreibt Spanda die Essenz von Bewegung: den inneren Puls, die lebendige Schwingung, das subtile Vibrieren des Bewusstseins selbst. Alles im Universum ist in Bewegung, nicht chaotisch, sondern wie ein feiner, tragender Rhythmus.
Spanda ist ein ständiges Spiel zwischen Gegensätzen, die sich nicht ausschließen, sondern bedingen:
- Zusammenziehen und Ausdehnen
- Stabilität und Freiheit
- Innen und Außen
- Stille und Bewegung
Genau diesen Puls kannst du in deiner Praxis spüren, im Wechsel von Anspannung und Loslassen, von Einatmen und Ausatmen, von Erden und Wachsen.
Spanda in der Anusara-Praxis
Im Anusara Yoga begegnet uns Spanda ganz konkret in zwei der Ausrichtungsprinzipien: in der muskulären Energie, die zur Mitte hin sammelt und stabilisiert, und in der organischen Energie, die von der Mitte nach außen strahlt und der Haltung ihre Weite und Leichtigkeit gibt. Das eine ohne das andere wäre unvollständig: Erst das Sammeln gibt der Ausdehnung ihren Halt, erst die Ausdehnung gibt der Kraft ihre Strahlung.
Dieses Spiel zwischen Zentrierung und Expansion ist Spanda. Es macht aus einer Asana mehr als eine Form, es macht sie lebendig.
Das Rad: Urdhva Dhanurasana
Das Rad ist eine tiefe Rückbeuge, in der sich der gesamte Vorderkörper öffnet. Sie verlangt Kraft in Beinen, Armen und Rumpf, und gleichzeitig die Bereitschaft, die Brust zu weiten und das Herz nach oben zu schenken. Damit ist sie das perfekte Sinnbild für Spanda: Du erdest dich kraftvoll über Hände und Füße und lässt dein Herz zugleich in die Weite strömen.
Eine Rückbeuge wie diese braucht Mut. Sie öffnet einen verletzlichen Bereich des Körpers, und genau darin liegt ihre Kraft. Wir bereiten sie behutsam vor, mit Schulter- und Hüftöffnern, mit Aktivierung der Beine und mit einem ruhigen, getragenen Atem, damit dein Körper sich sicher genug fühlt, um sich zu öffnen.
Dein Sankalpa für diese Stunde
Ein Sankalpa ist eine innere Ausrichtung, ein leiser Satz, den du dir zu Beginn der Praxis schenkst. Für diese Stunde lade ich dich ein zu einem dieser Sätze:
- „Ich öffne mein Herz mit Mut und Vertrauen.“
- „Ich bin stark genug, um weich zu sein.“
- „Ich vertraue dem, was sich in mir öffnet.“
Diese Stunde erleben
Solche herzöffnenden Anusara-Yoga-Stunden unterrichte ich regelmäßig in Regensburg, für alle Levels, achtsam aufgebaut und individuell begleitet. Wenn du Spanda am eigenen Körper spüren möchtest, freue ich mich auf dich:
