Die Peak Pose dieser Stunde ist Ardha Bhekasana, der halbe Frosch. Eine Rückbeuge aus der Bauchlage, die einen ganz eigenen körperlichen Schwerpunkt setzt: Quadrizeps, Hüftbeuger, Schulterbeweglichkeit. Und gleichzeitig ist sie deutlich zugänglicher als viele spektakuläre Peak Poses. Das Herzensthema dazu heißt: Was darf einfacher werden?

Der Rucksack

Stell dir vor, du gehst auf eine Wanderung. Am Anfang ist dein Rucksack leicht. Doch unterwegs legst du immer wieder etwas hinein. Einen Stein, weil du ihn vielleicht später brauchen könntest. Noch eine Jacke, sicherheitshalber. Eine Flasche mehr. Dinge, von denen du denkst: Vielleicht brauche ich das irgendwann.

Nach einigen Stunden wird der Weg immer anstrengender. Und irgendwann glaubst du: Ich bin einfach nicht stark genug. Doch vielleicht ist das gar nicht das Problem. Vielleicht bist du stark genug. Vielleicht trägst du nur zu viel.

Genauso sammeln wir auch im Leben. Nicht nur Dinge. Wir sammeln Aufgaben, Erwartungen, Gedanken, Gewohnheiten, Ansprüche an uns selbst. Wir tragen Vorstellungen davon mit uns herum, wie wir sein sollten, was wir schaffen sollten und was andere vielleicht von uns erwarten. Und irgendwann merken wir nur noch: Es ist schwer geworden.

Yoga lädt uns nicht immer dazu ein, noch stärker zu werden, damit wir mehr tragen können. Manchmal stellt Yoga eine ganz andere Frage: Was davon musst du überhaupt noch tragen?

Saucha, Klarheit statt Reinlichkeit

Saucha ist eines der fünf Niyamas aus Patanjalis achtgliedrigem Yogaweg. Meist wird es mit „Reinheit“ oder „Reinigung“ übersetzt. Ich verstehe es weniger als äußere Reinlichkeit, sondern als Einladung zu Klarheit und Einfachheit.

Nicht immer mehr hinzufügen, sondern manchmal etwas wegnehmen. Damit wir wieder erkennen können, was wesentlich ist. Vielleicht bedeutet Saucha heute also: weniger Müssen, weniger Vergleichen, weniger unnötige Spannung. Und dafür: mehr Raum.

Welche Spannung brauchst du wirklich?

In einer Rückbeuge passiert häufig genau das Gegenteil. Der Kiefer wird fest. Das Gesäß spannt maximal an. Die Schultern wandern hoch. Der Atem wird angehalten. Und dann versuchen wir, noch tiefer zu kommen.

Heute darfst du dich immer wieder fragen: Welche Spannung brauchst du wirklich für diese Haltung, und welche kannst du loslassen? Für mich unterscheidet genau das eine Intermediate-Praxis von einer Anfängerpraxis. Nicht einfach mehr machen, sondern feiner wahrnehmen: Wo brauche ich Aktivität, und wo brauche ich Raum?

Im Anusara Yoga arbeiten wir dafür mit klaren Ausrichtungsprinzipien. Im halben Frosch heißt das zum Beispiel: erst die Verbindung zum Boden und die Länge in der Vorderseite des Körpers, dann die Beugung des Knies. Nicht die Ferse mit Kraft zum Gesäß ziehen, sondern Raum schaffen, in den die Bewegung hineinwachsen kann.

Dein Sankalpa für diese Stunde

Wähle einen Satz, der dich durch die Praxis trägt:

  • „Ich lasse los, was mich beschwert, und schaffe Raum für das Wesentliche.“
  • „Ich wähle Klarheit und Leichtigkeit.“
  • „Ich darf es einfacher machen.“

Diese Stunde erleben

Wenn du Rückbeugen üben möchtest, ohne dich hineinzuzwingen, komm in eine meiner Anusara-Yoga-Stunden in Regensburg. Sie sind für alle Levels geeignet und Schritt für Schritt aufgebaut, mit Varianten und Hilfsmitteln für jeden Körper.

Jetzt Kursplatz buchen